Auch in kleinen "Bau"-Aufgaben lässt sich viel gestalterisches Potential entwickeln. So geschehen, als die Familie Schöpp nach Freiwerden eines Nachbargrabes aus Ihrem alten Familiengrab eine Doppelgrabstätte errichten wollten. Gleichzeitig sollte ein Grab eines weiter entfernten Friedhofes aufgelassen werden und in die neue Stätte integriert werden.
Auf Wunsch der Familie wurde ein altes schmiedeeisenes Grabkreuz aus Mondsee wiederverwendet. Das traditionelle Kreuz findet einen überraschend einfachen wie wirkungsvollen Hintergund in einer großformatigen hellen Marmorplatte. Diese fein gemaserte Basis ist schachbrettartig gegliedert und trägt nun als eine Art Canvas die verschiedenen Elemente der Grabstätte. Einige Platten wurden als Namensträger hochgestellt, wie kleine Grabsteine, die offenen Flächen mit schwarzem Kies gefüllt. Sie lassen Platz für Blumenschmuck, Kerzen und eine kleine abgrenzende Buchsbaumhecke. Auch das Mondseer Kreuz ragt aus einer dieser Freilassungen heraus. Außermittige Geometrien, unmerklich verzerrte Perspektiven sowie ausgewogene Proportionen unterstützen die Ausgewogenheit von alter schmiedeeisener Handwerkskunst und moderner Sachlichkeit.