DER ORT
In St. Andrä soll mit dem geplanten Schulhaus eine wichtige funktionelle und auch orts-bildgestalterische Lücke geschlossen werden. Dem Ortskern mit Kirche und Gemeindehaus soll das Schulhaus als dritter, öffentlich bedeutender Bau hinzugefügt werden. Durch seine Drehung und Positionierung bezogen auf die Sichtachsen Kirche-Gemeindehaus und nördliche Landesstrasse wird der Schulbau zum fehlende Baustein, der das Dorfzentrum nach Norden hin abschliesst. Diese besondere Schnittstelle zwischen Dorfkultur und Landschaftskultur wird im Entwurf thematisiert und findet seine Entsprechung auch in der unterschiedlichen Entwurfskonzeption der beiden Gebäudeteile:
- Das Schulhaus in der Form des ortsüblichen Gebäudetypus und
- die Sporthalle als fröhliche Spielwiese.
DAS SCHULHAUS
Geprägt durch die typische, identitätsstiftende Bauform eines rechteckigen Baukörpers mit traditionellem Krüppelwalmdach fügt sich das Schulhaus in das Dorfbildes perfekt ein.
Das Gebäude ist mit Lärchenschindeln gedeckt und von einer schützenden Schicht aus Lärchenholzlamellen umhüllt, die je nach dahinterliegenden Räumlichkeiten entweder die Oberfläche von vorgefertigten Wandelementen bilden, oder als Beschattung der gross-flächigen Klassenfenster, sowie als Witterungsschutz für den Schuleingang dienen. Die Lamellen sind zum Teil öffenbar, weisen je nach Anforderung einen unterschiedlichen Abstand auf.
Mit dieser besonderen Gebäudehülle wird auf natürliche Art den ortsbedingten, extremen Witterungsverhältnissen entgegengetreten. Die schräggestellten Lamellen schützen vor Überhitzung im Sommer und ermöglichen in den übrigen Jahreszeiten bei tiefstehender Sonne Energiegewinn durch passive Solarnutzung. Der zweischichtige Aufbau verbessert als klimatechnische Pufferzone die Energieeffizienz.
Zwei massive Wandscheiben, die sich durch die gesamte Gebäudehöhe erstrecken, bilden die statisch konstruktive Aussteifung des Hauses. Die übrigen Wand- und Deckenelemente werden in energie- und kostenbewusster Holzbauweise errichtet, und sorgen durch das natürliche Material für ein optimales Raumklima.
Die zurückhaltende äussere Gebäudeform wird im Inneren durch die Betonung verschiedener Sichtbeziehungen und stark hervorgehobener Klassenräume differenziert.
Die zentrale Erschliessungshalle bietet neben Funktionen wie Pausenraum und Foyer auch eine vielfältige Nutzbarkeit. Große Wandflächen bieten Platz für inner- und ausserschulische Aktivitäten. Unmittelbar anschliessend an den Eingang sind Garderobe, eine ebenerdige Schulklasse und der Lehrerbereich mit Nebenräumen gruppiert.
Im Obergeschoss befindet sich der zweite Klassenraum sowie der Gruppenraum.
Das ein wenig aus dem Strassenniveau herausragende Untergeschoss beinhaltet einen natürlich belichteten Werkraum und technische Nebenräume, sowie die unterirdische Verbindung zu der auf gleichem Niveau liegenden Sporthalle mit den Umkleiden.
DIE SPIELWIESE
Im Gegensatz zum weithin sichtbaren Schulhaus liegt die Sporthalle unscheinbar eingebettet in der grossen Wiese hinter Kirche und Friedhof. Das Aushubmaterial soll kostensparend für Anböschungen und Geländekanten auf den bestehenden Grünflächen verwendet werden. Aus dem Gelände hebt sich das begehbare, begrünte Dach der Sporthalle.
Die Sporthalle kann über den abschliessbaren, unterirdischen Gang von der Schule aus erreicht werden, hat aber einen eigenen Eingang vom Vorplatz aus, der die Halle mitsamt Umkleide- und Sanitärräumen auch ausserschulisch nutzbar macht. Der ebenerdige Eingangsbereich kann als Zuschauertribüne verwendet werden. Die Dachkonstruktion besteht aus auf Stützen gelagerten, vorgefertigten Holzsandwichpanelen.
DER SCHULPLATZ
Die Oberflächengestaltung mit seinen leicht angehobenen Vorplatzbereichen für Schuleingang und Halleneingang soll für ausserschulische Veranstaltungen oder einfach zum Verweilen einladen.