WETTBEWERB FRIEDHOF GUGGENTHAL
Die Leitidee:
Der neue Friedhof soll als natürlicher Landschaftspark angelegt werden. Er schmiegt sich an den schützenden Wald im Osten an und eröffnet das Panorama Richtung Nordwesten über den Heuberg bis hin zur Stadt.
In der sanft ansteigenden Wiese werden einige Natursteinmauern errichtet. Diese gliedern den Hügel in einzelne Zonen und begleiten den Haupterschließungsweg zwischen Kirche und Aussegnungshalle.
Auf Gebäude, die in dieser wunderbaren Naturlandschaft nur wie Fremdkörper wirken würden, wurde aus diesem Grund verzichtet, somit ist auch die Aussegnungshalle so konzipiert, dass sie mit ihren aus dem Hang herauswachsenden Steinmauern und dem flachen begrünten Dach mehr als ein integrierter Bestandteil dieser Landschaft wirkt.
Die Ordnung:
Die dominierenden Sichtachsen zwischen Kirche, zentralem Friedhofskreuz und Aussegnungshalle bilden ein in sich geschlossenes Dreieck. Die Einteilung und Ausrichtung der Gräber und Nebenwege orientiert sich nach der Hauptrichtung, der Achse zwischen Aussegnungshalle und Friedhofskreuz.
Die Belegung der Gräber kann nach Ausbaustufen erfolgen, Ehrengräber finden entlang der Hauptwege Platz, der Grabraster von 3x1,5m lässt je nach Bedarf Einzel- und Doppelgräber zu.
Die Grüfte sind durch die nördliche Wand der Aussegnungshalle erschlossen, in der südlichen Wand sind die Urnengräber vorgesehen. Eine Erweiterung ist jederzeit möglich.
Der Weg:
Der Weg führt vom Vorbereich der Kirche, über eine Brücke, weiter entlang des sanft ansteigenden Hügels, zu einem zentralen Platz mit Friedhofskreuz, und von dort weiter aufwärts zur Waldgrenze.
Der Weg ist nicht frontal und direkt, sondern folgt dem natürlichen Gelände. Er eröffnet Durchblicke und Sichtverbindungen, führt den Besucher gefühlvoll von der Weite der Landschaft in den meditativen, abgeschlossenen Raum der Besinnung.
Aus dem Hügel aufsteigende, archaische Natursteinmauern, bilden den Abschluss der Anlage und fassen den von Wind und Regen geschützten Vorplatz der Aussegnungshalle ein.
Die Aussegnungshalle:
Im meditativenRaum des Abschiednehmens konzentriert sich der Blick auf die Stirnwand aus lose geschlichteten Steinen, durch deren Zwischenräume diffuses Licht dringt.
Ein senkrechter Spalt über die gesamte Wandhöhe bildet gemeinsam mit einem, durch das Oberlicht entstehenden, dem Sonnenstand folgenden Querbalken ein Kreuz aus purem Licht. In dessen Zentrum steht der aufgebahrte Sarg.
Der übrige Bereich des Raumes bleibt im Halbdunkel, nur entlang der Rückwand fällt Streiflicht ein.
Für den Auszug des Sarges öffnet sich die gesamte Seitenwand zum Vorplatz, Licht durchflutet den Raum, und der Trauerzug begibt sich in die helle offenen Landschaft.
Für größere Verabschiedungen kann die Seitenwand vollständig geöffnet werden und der Sarg in Raumquerachse aufgebahrt werden. Das weit ausladende Vordach bietet einer großen Menschenanzahl Schutz.