Was soll die Schule der Zukunft können?
Schulen sind keine Lehrfabriken. Sie sind mehr der Ort an dem junge Menschen auf „lebenslanges Lernen“ vorbereitet werden. Ziel ist Kindern Schlüsselkompetenzen zu vermitteln, es geht darum, Kenntnisse, Fähigkeiten und Kontextbezogene Einstellungen zu entwickeln.
Die Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen werden erweitert um zusätzliche Fertigkeiten im Bereich Fremdsprachen, technologische Kultur, IT-Fertigkeit, Unternehmergeist und sozialer Fähigkeiten.
Die Schule muss eine Schnittstelle zum Lebenslangen Lernen sein, ein Schulbau ist die räumliche Manifestation von alldem, das dieses Grundprinzip fördert: Großzügigkeit mit Weitblick, Durchblick und Ausblick, und in gleichem Maße auch Blickkontakt und damit Kommunikation. Unterschiedliche Kommunikationsarten regenerieren zwangsläufig variantenreiche Kommunikationsplattformen, räumlich differenziert und flexibel wandelbar.
Noch spannender wird es, wenn sich eine Schule nach außen hin öffnet, Aktivitäten in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, Veranstaltungen, Siegerehrungen, Lectures, individuelles Coaching stattfinden, und zum Beispiel erfolgreiche Absolventen wieder in die Schule zurückfinden.
Ansporn statt Zwang - Motivation statt Strafe - Bewegung statt Stagnation.
Unsere architektonische Intervention am BORG in der Akademiestraße versucht diese engagierten Bildungsvorhaben aktiv zu unterstützen und den dafür notwendigen Freiraum zu schaffen.
1. Städtebauliche Kriterien:
Eingriff in das städtebauliche Ensemble:
Die kammartige Struktur wird als übergeordnetes Prinzip anerkannt und durch einen präzise geschnittenen Baukörper logisch ergänzt. Von der Akademiestraße aus ist er als eigenständige Verlängerung des Hauptgebäudes erkennbar, vom Landschaftsraum Freisaal aus fügt er sich in die bestehende Baukörperstaffelung ein.
2. Baukünstlerische Kriterien:
Entwurfsidee:
Der bestehende Hof Richtung Süden bekommt einen Deckel aus Klassenräumen. Der darunter entstehende Raum wird zur intelligenten Spielwiese für die Schule der Zukunft.
Gesamtstruktur:
Frei eingespannte Ebenen verbinden das Hauptgebäude mit den niederen Seitentrakten und dem Freiraum zu den Sportplätzen. Gleichzeitig wird der Turnsaal über eine Tribüne zum Hauptgebäude hin geöffnet. Vom dreigeschossigen Gesamttheater bis zum introvertierten Musikproberaum sind veränderbare Raumkonfigurationen möglich.
Im Bestandsgebäude werden die Qualitäten der Nordfenster mit Blick zur Festung für die neue Infothek genutzt, die als mehrgeschossiger, begehbarer Regalturm durch die bestehende Tragstruktur durchgesteckt wird.
Der erdgeschoßige ostseitige Bereich wird unter den Arkaden ausgebaut und voll verglast.
3. Funktionale Kriterien:
Äußere Erschließung:
Der Schulzugang wird von der Mittelachse weg an das Hauptgebäude gelegt, die Fahrradabstellplätze werden gegenüberliegend bis hinten zum Turnsaal hin durchgefädelt. Die PKW-Plätze werden nordostseitig, L-förmig um das Gebäude herum aufgeteilt. Dieses Erschließungsprinzip soll auch von PÄDAK und Übungsschule übernommen werden. Damit wird die Zugehörigkeit von Schultyp zu Außenfläche und Turnsaal sichtbar und der jeweilige Eingangsbereich besser hervorgehoben. Der Zubau dient auch als neuer Ausgang zum Pausenhof, kann aber auch für externe Veranstaltungen als neuer Eingang genutzt werden. Der Buffetbetrieb hat eine eigene Zulieferung von der Ostseite.
Innere Erschließung:
Über den bestehenden Eingang gelangen die Schüler seitlich direkt in die Garderoben und erst von dort in die inneren Schulbereiche. Die Lehrer erhalten einen eigenen Eingang vom Parkplatz aus. Die bestehenden Treppenanlagen werden um ein Fluchtstiegenhaus im Zubaubereich ergänzt. Der Multifunktionale Klassenraum im 2.Obergeschoss öffnet eine neue Verbindung über eine Zuschauertribüne in den Turnsaal.