Ursprünge
Das Haus mit der Strassennummer 23 wurde in den dreissiger Jahren im Zuge der grossen Stadterweiterung im Süden Salzburgs gebaut. 1966 fand die erste Erweiterung zu einem 3 Wohnungen umfassenden Haus statt. Im Jahr 1997 wurden von der nächsten Generation wiederum neue Anforderungen technischer und räumlicher Natur gestellt. Innerhalb der strengen baurechtlichen Möglichkeiten wurde das vorhandene Volumen genützt um ein Maximum an räumlichem Gewinn zu erreichen, ohne die Gartenfläche verkleinern zu müssen.
Funktionalität
Jede der beiden Wohnungen hat einen eigenen Eingang vom Strassenniveau aus. Die untere Einheit erstreckt sich über das Erdgschoss und profitiert vom Garten als integrierter Bestandteil, die zweite Wohnung bietet die Vorteile einer Dachwohnung. Das Geschoss dazwischen wird auf beide aufgeteilt, wobei von jeder Wohnung eine Einliegereinheit abgetrennt werden kann.
Außenraum
Das Gebäude ist von einer haptischen Haut aus grossformatigen Faserzementplatten ummantelt.
Die Fugen folgen dem Spiel der durch den Altbestand vorgegebenen Fensteröffnungen. Sie bilden ein neues Netzwerk über die alten Mauern und ziehen sich bis in den Innenraum hinein fort. Dieser Mantel ist durch die gefaltete Struktur des Daches geschützt. Dem konsensmässige Altbestand baurechtlich zwar folgend, wird die Dachlandschaft aber nun im Detail von den Mauern abgesetzt und bildet somit ein eigenständiges, skulpturales Element.
Übergänge
Die einstige geschlossene Fassade wurde im Bereich des westseitig gelegenen ehemaligen Stiegenhauses und der Südfassade geöffnet und mit ein- bis zweigeschossigen Stahl-Glaskonstruktionen versehen. Neben statischen und klimatischen Funktionen übernehmen diese überdimensionierten Fenster die Vermittlerrolle zwischen Innen & Aussen. Die kleinen zur Verfügung stehende Wohnungsflächen werden optisch in den Garten erweitert, und in den Obergeschossen wird der Blick auf die umliegenden Bergketten Salzburgs ermöglicht.
Innenraum
Als Gegensatz zu den alten, dunklen Räumen des Bestandes bringen die Öffnungen Licht in die verschiedensten Bereiche des Hauses. Das Licht in seiner unterschiedlichen Intensität schafft räumliche Sequenzen von offenen, weitläufigen Wohnräumen und geschlossenen, intimeren Bereichen zum Arbeiten und Schlafen. Die eingefügte Volumen werden durch unterschiedliche Materialien definiert, die Toilettenbox über den Treppenaufgängen erscheint wie ein Möbelstück, die Fassadenplatten der Aussenhaut finden ihre Verwendung auch in den Küchenmöbelfronten.